Smart Shopping Plattform – Nächste Schritte: Teilnehmende für Fokusgruppen-Studie gesucht (15. Januar – 15. Februar 2022)

***English version below***

Die Smart Shopping Plattform wächst seit der Live-Schaltung am 8. November 2021 stetig weiter. Es wurde seither gestöbert, reserviert, nachgefragt und erste hybride Einkaufserfahrungen gesammelt. Weitere Features wie Click & Collect, verbesserte Such- und Filtermöglichkeiten sowie Routenplanung für den Einkaufsbummel stehen für dieses Jahr unter anderem auf dem Plan und werden das Einkaufserlebnis auf der Plattform noch Nutzerfreundlicher machen.

Nun wollen wir die Zeit im neuen Jahr nutzen, um in die Reflektion des typischen Einkaufverhaltens in der Region zu gehen. Hiermit möchten wir Euch nun wieder einladen euch zu beteiligen:

Melde dich an als Teilnehmer*in der Fokusgruppenstudie unter

https://t1p.de/smart-shopping-ac-fokusgruppe

und lasse uns an Deiner Perspektive zum Thema Smart Shopping in Aachen teilhaben.

Es interessieren uns hierfür insbesondere die Personen aus dem ländlichen Raum und in der Region von Aachen.

Was wird getestet (Studien-Ziel)?

Das Ziel der Fokusgruppenstudie ist es Händler*innen aus Aachen dabei zu unterstützen den Erlebnisfaktor von Einkaufserfahrungen im Multichannel besser gestalten zu können. Dafür wollen wir im Rahmen von Gruppendiskussionen gemeinsam reflektieren und verstehen, was hybride Einkaufserfahrungen aus Kundensicht kennzeichnet und welche Rolle hierbei der Wohnort und die Produktgruppe spielt.

Durch Deine Teilnahme hilfst Du uns, die Einkaufserfahrung der aktuellen Plattform weiterzuentwickeln. Deine Perspektive fließt direkt in die Weiterentwicklung der Plattform und damit in die Zukunft des Aachener Einzelhandels ein.

Wie läuft die Studie ab (Studien-Methode)?

Im Rahmen der Studie nutzen wir Fokusgruppen als Erhebungsmethode. Das bedeutet, dass wir vorab bei der Anmeldung zur Studie die Teilnehmenden in Gruppen einteilen und zu ca. 90-minütigen Diskussionsrunden einladen. Hierbei werden Einkaufserfahrungen diskutiert und spezifische Einkaufsszenarien reflektiert. Es gibt bei dieser Studie kein richtig oder falsch. Es ist einzig die eigene Erfahrung relevant.

Die Diskussionen finden online über ein Videokonferenztool statt und der Ton wird zur Auswertung aufgezeichnet und zu Studienzwecken anonymisiert weiterverarbeitet. Für die Teilnahme an der Diskussion ist keine gesonderte Anmeldung im Videokonferenzanbieter erforderlich.

Wie werden die Daten erhoben (Datenschutz)?

Bei der Anmeldung zur Studie werden folgende personenbezogene Daten auf unseren internen Servern Passwortgeschützt abgespeichert: Name, E-Mail-Adresse, Geschlecht, Alter und Wohnort.

Diese Daten sind ausschließlich durch die Studienorganisatoren (Lehrstuhl für Informationsmanagement im Maschinenbau der RWTH Aachen) einsehbar und werden ausschließlich im Rahmen dieser Erhebung anonymisiert verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

Im Rahmen der Gruppendiskussion wird der Ton zur Auswertung aufgezeichnet und zu Studienzwecken anonymisiert weiterverarbeitet. Die Auswertung der Daten erfolgt somit anonymisiert, so dass kein Rückschluss auf einzelne Personen mehr möglich ist. Die Tonaufnahme wird nach der Auswertung von unserem Server gelöscht.

Rahmendaten:

Laufzeit: 15.01.2022 bis 15.02.2022.

Zugang: https://t1p.de/smart-shopping-ac-fokusgruppe

Kontakt: smart.shopping@ima.rwth-aachen.de

Ansprechpartnerin: Samira Khodaei M.Sc., IMA – Informationsmanagement im Maschinenbau, RWTH Aachen University

 

English version:

Smart Shopping Platform – Wanted: Participants for Focus Group Study (15. January – 15. February 2022)

The new Smart Shopping platform is growing steadily. Since the go-live on November 8th, 2021, people have browsed for different products and services, made reservations, made inquiries, connected with shop owners and had their first hybrid shopping experiences. Further features such as click & collect, improved search and filter options, and route planning for your shopping trip in Aachen are on the agenda for this year. In short: We will continue to make the shopping experience on the platform even more user-friendly.

Currently, we are aiming to reflect on typical shopping behavior in the region of Aachen. For this, we would like to invite you to actively participate with us!

Register as a participant in the focus group study at

https://t1p.de/smart-shopping-focus-group

and share your perspective on the topic of smart shopping in Aachen.

We are particularly interested in people from more rural areas or living in border regions.

What do we test (study aim)?

The aim of the focus group study is to support retailers in Aachen to design a better hybrid shopping experience. For this purpose, we want to reflect and understand through group discussions what characterizes hybrid shopping experiences from the customer’s point of view. What role do the place of residence and the products in this experience play?

Through your participation, you will help us to further develop the shopping experience of the current platform. Your perspective will directly contribute to the development of the platform and thus to the future of retail in Aachen.

How is the process of the study (study methods)?

In the context of the study, we will research with the focus group method. This means that after registration for the study we divide the participants into groups in advance. We then invite them to participate in discussion rounds lasting approximately 90 minutes. Here, shopping experiences are discussed and specific scenarios are reflected upon. There is no right or wrong in the study, as the focus is on the individual experiences.

The discussion will take place online via a video conferencing tool and the audio will be recorded for evaluation and processed anonymously for study purposes. No separate registration in the video conferencing provider is required to participate in the discussion.

How is my personal data processed (data security)?

When registering for the study, the following personal data will be stored on our internal servers in a password-protected manner: Name, e-mail address, gender, age, postal code.

This data can only be viewed by the study organizers (Chair of Information Management in Mechanical Engineering at RWTH Aachen University) and will only be used anonymously within the scope of this survey and will not be passed on to third parties.

During the group discussion, the audio is recorded for evaluation and processed anonymously for study purposes. The evaluation of the data is anonymized, to prevent drawing conclusions about individuals. The original audio files will be deleted after the evaluation.

General dates:

15.01.2022 bis 15.02.2022

Register: https://t1p.de/smart-shopping-focus-group

Contact: smart.shopping@ima.rwth-aachen.de

Contact person: Samira Khodaei M.Sc., IMA – Informationsmanagement im Maschinenbau, RWTH Aachen University

Warenwirtschaftssysteme – effektive Unterstützer für den Handel

In der Diskussion um die Zukunft der Innenstadt und des Handels spielt besonders die Digitalisierung eine zentrale Rolle. Vor dem Hintergrund des immer weiterwachsenden Onlinehandels könnte man meinen, der stationäre Handel würde obsolet werden. Doch im Grunde birgt eine Multikanalvetriebsstrategie ein enorm großes Potenzial, um den gegenwärtigen Herausforderungen im Handel entgegen zu wirken. Digitale Technologien, wie ein Warenwirtschaftssystem, tragen zu einer zukunftsfähigen Entwicklung eines Handelsunternehmens bei und sind fast unumgänglich geworden. Unabhängig von der Größe des Geschäfts werden Geschäftsprozesse mit Hilfe eines Warenwirtschaftssystems (WaWi) vereinfacht und Effizienz und Effektivität gesteigert.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Vorteile ein WaWi bietet, welche Funktionen es haben kann, welche Anbieter*innen es auf dem Markt gibt und wie Sie sich für ein passendes WaWi entscheiden. Generell hängt diese Entscheidung von den individuellen Anforderungen Ihres Unternehmens ab und sollte durch eine eigenständige Recherche gefestigt werden. Dabei soll dieser Beitrag einer ersten Orientierung dienen.

Was ist ein Warenwirtschaftssystem und weshalb ist es wichtig?

Ein WaWi ist ein zentrales Management- und Planungssystem, welches alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens abbilden kann. Es unterstützt den Warenfluss von der Bestellung bis zum Verkauf und umfasst somit sowohl dispositive und logistische als auch abrechnungsbezogene Aufgaben in einem Unternehmen. Es besteht die Möglichkeit verschiedene Vertriebskanäle an das WaWi anzuschließen und somit alle Warenbewegungen gebündelt in einem System abzubilden. Außerdem können auch andere Schnittstellen, wie beispielsweise Rechnungsprogramme, Kassensysteme und viele weitere Module individuell an das System angeschlossen und genutzt werden. Ein WaWi dient dazu Informationen an einem zentralen Ort zu bündeln. Somit werden nicht nur Kosten sondern auch Zeit gespart und Geschäftsprozesse optimiert. Durch ein WaWi können Geschäfte Bestellungen zudem einfacher abwickeln. Dadurch, dass die Produkte schneller bei den Kund*innen ankommen, sind diese zufriedener und kaufen eher wieder beim Geschäft ein.

Welche Vorteile bietet ein Warenwirtschaftssystem?

Mit einem WaWi kann nicht nur Zeit und Geld gespart werden, es hilft auch dabei Arbeitsabläufe zu erleichtern. Ohne ein WaWi müssten sämtliche Arbeitsschritte innerhalb eines Unternehmens händisch bewerkstelligt und dokumentiert werden. Mithilfe eines WaWis werden diese Prozesse beschleunigt und automatisiert. Verstecktes Optimierungspotenzial wird durch ein WaWi identifiziert und umgesetzt, wodurch Zeit eingespart werden kann.

Die Bestellverarbeitung und Fakturierung können ebenfalls automatisiert werden. Mithilfe eines WaWis können Produkte gleichzeitig auf Marktplätzen und Shops gelistet werden. Außerdem trägt ein WaWi zu einem schnelleren Packprozess durch im Vorhinein generierte Pack-Listen und Versandlabels bei und erleichtert die Buchhaltung mithilfe der Auftrags- und Rechnungsverwaltung.

Generell sind die Funktionen eines WaWis sehr unterschiedlich und immer von der Software und den individuellen Anforderungen des Unternehmens abhängig. Grundsätzlich sollte ein WaWi folgende Funktionen bzw. Module aufweisen:

  • Stammdatenverwaltung
  • Auftrags- und Rechnungsverwaltung
  • Produkt- und Kundenverwaltung
  • Wareneingang
  • Lagerhaltung
  • Einkauf
  • Verkauf: Anbindung Kasse und Shopsystem
  • Retouren
  • Inventur
  • Statistik: Controlling Module

Wie finde ich das passende Warenwirtschaftssystem?

Um ein geeignetes WaWi zu finden, sind einige Vorbereitungsschritte notwendig. Die Belegschaft sollte im Vorfeld über das Vorhaben informiert und auf dem Weg zur Einführung bestmöglich mitgenommen werden. Dies gilt insbesondere für die Mitarbeitenden, die selbst mit dem neuen System arbeiten müssen. So können alle relevanten Anforderungen und Interessen von Beginn an geäußert und berücksichtigt werden. Außerdem sollte grundsätzlich geklärt werden, ob das System gekauft, gemietet oder sogar vom Unternehmen selbst konzipiert, programmiert und als Individualsoftware betrieben wird. Besonders kleine Unternehmen entscheiden sich häufig dazu ein WaWi zu kaufen oder mieten. Prinzipiell tragen folgende Schritte zur Lösungsfindung bei:

  1. Verfassen einer klaren Zieldefinition und Festlegung von Restriktionen, um die Orientierung zu bewahren
  2. Prozessanalyse (welche Prozesse im Unternehmen laufen gut und welche sind mit Problemen behaftet?)
  3. Ist-Analyse (Wie sieht der Ist-Zustand im Bereich Aufbauorganisation, Aufgaben, Informationen und Daten aus?)
  4. Soll-Analyse (Wie sieht der Wunschzustand nach der Einführung eines WaWis aus?)
  5. Anforderungskatalog bzw. Lastenheft erstellen (mit funktionalen, branchenspezifischen, nicht-funktionalen und anbieterbezogenen Anforderungen)
  6. Marktübersicht bzw. Screening (Überblick über verschiedene Anbieter*innen verschaffen)
    • Grobanalyse
    • Detailanalyse
  7. Entscheidung für ein WaWi

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitung sowie eine Checkliste zur Vorbereitung und Auswahl eines WaWis, hat das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel hier erarbeitet und bereitgestellt.

Prinzipiell ist es wichtig, dass der Softwareanbieter Ihre Branche kennt und die Kompetenz besitzt, die für Sie passenden Funktionen bereit zu stellen. Daher können branchenspezifische WaWis interessant sein, z. B.:

  • Textilbereich: IPOS von ebg-data.de, FashionLager®
  • Spielwaren: Signum, KISS, VEPOS
  • Juweliere: Clarity & Success
  • Schuhe: Signum, Cashtex etc.
  • Fahrräder: e-vendo, velo.port

Insofern neben dem stationären Geschäft auch ein Onlineshop oder andere (regionale) Onlinemarktplätze bedient werden sollen, sind weitere Punkte zu berücksichtigen. Für beinahe jede Shopsoftware gibt es eine Schnittstelle oder eine geeignete Software-Erweiterung für ein WaWi. Nachfolgend sind exemplarisch drei Shopsoftwares aufgeführt. Generell sollte im Vorhinein geprüft werden, ob die Schnittstelle mit dem Shop kompatibel ist.

  • Shopware: Pickware, Vario, Tricoma
  • Magento: Signum, Vario, Ecoplan, Pixi
  • Oxid eSales: Oxid ERP als eigenständiges System oder die Anbindung über eine ERP-Schnittstelle

Weitere Anbieter*innen und eine tabellarische Bewertung von verschiedenen Systemen anhand vorhandener Modulen und Schnittstellen wird hier vorgenommen.

Über unser Projekt Smart Shopping Aachen geben wir Aachener Händler*innen und Gastronom*innen auch ohne ein WaWi die Möglichkeit, ihre Produkte online sichtbar zu machen und  zu verkaufen. Für Händler*innen mit einem WaWi wird es in Zukunft die Möglichkeit geben dieses über eine Schnittstelle an die digitale Plattform anzubinden.

 

Weiterführende Literatur:

Ager, V. (o.J.): Warenwirtschaftssysteme für Onlineshops: Die 16 besten Systeme! Online abrufbar
unter: https://www.sendcloud.de/warenwirtschaftssystem/.

Faveo GmbH (Hrsg.)(o.J.): Was ist ein Warenwirtschaftssystem? Was Sie über Ziele, Funktionen und
Auswahlkriterien wissen sollten. Online abrufbar unter: https://www.faveo.com/was-ist-ein-
warenwirtschaftssystem
.

Freundl, C. (2020): Das Warenwirtschaftssystem: ein Muss im Handel! Online abrufbar unter:
https://kompetenzzentrumhandel.de/das-warenwirtschaftssyste/.

Für Gründer (Hrsg.) (o.J.): Das beste Warenwirtschaftssystem für Ihr Geschäft wählen. Online abrufbar
unter:https://www.fuer-gruender.de/wissen/unternehmen-fuehren/e-
commerce/warenwirtschaftssystem/.

Henning, Prof. Dr. A. (o.J.): Warenwirtschaftssystem (WWS). Online abrufbar unter:
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/warenwirtschaftssystem-wws-49748.

Ionos (Hrsg.)(2020): Warenwirtschaftssysteme für Onlineshops. Online abrufbar unter:
https://www.ionos.de/digitalguide/online-marketing/verkaufen-im-internet/webshop-mit-
warenwirtschaftssystem-optimieren/
.

Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel (Hrsg.) (2021): Warenwirtschaftssysteme. Vom
Anforderungsmanagement zur erfolgreichen Einführung. Online abrufbar unter:
https://kompetenzzentrumhandel.de/wp-content/uploads/2021/10/leitfaden-
warenwirtschaftssysteme.pdf
.

SelectLine Software (Hrsg.)(o.J.): Was ist ein Warenwirtschaftssystem? Ganzheitliche Übersicht zu
Aufgaben, Zielen, Funktionen, Kosten und Anbietern. Online abrufbar unter:
https://www.selectline.de/blog/was-ist-ein-warenwirtschaftssystem/.

Softwareabc (Hrsg.)(o.J.): Warenwirtschaftssysteme. Online abrufbar unter:
https://www.softwareabc24.de/warenwirtschaftssysteme/.

Smart Shopping Aachen-Plattform startet

Heute ist es endlich soweit: Nach der Testphase im September geht die digitale Plattform Smart Shopping Aachen in der Version 1.0* LIVE.

Jetzt kannst Du deine Aachener Lieblingsgeschäfte, Restaurants und Cafés, Produkte, Angebote und Services dank der neuen Plattform unter www.smart.aachen-shopping.de ganz einfach und schnell finden.

Die Plattform verschmilzt nicht nur digitale und stationäre Angebote, sondern verbindet auch Aachener Einzelhandel- und Gastronomiebetriebe und schafft so ein ansprechendes Angebot für Konsumierende. Verschiedene hybride Werkzeuge verbinden Online- und Offline-Shopping in einer Anwendung. Folgende Funktionen sind u. a. schon jetzt verfügbar: Navigation zum Geschäft, Onlineterminvereinbarung, Reservieren & Abholen, Onlinetischreservierung, digitale Speisekarte, 360°-Rundgang.

* Version 1.0 bedeutet, dass die digitale Plattform agil aufgebaut wird und weitere Funktionen, aber auch Geschäfte und Gastronomiebetriebe hinzukommen werden. Die Plattform entwickelt sich stetig weiter, um Dein Einkaufserlebnis in Aachen noch besser zu machen.

Von diesen Mehrwerten kannst Du als Aachener Bürger*in profitieren:

  • Smarter Einkaufsbegleiter und -vorbereiter
  • aktuelle Angebote, Produkte, Geschäfte, Gastronomiebetriebe und Services in Aachen finden
  • Produkte online einsehen und im lokalen Geschäft abholen
  • Speisekarten und aktuelle Menüs entdecken
  • Beratungstermine vereinbaren
  • Geschäft und Gastronomie im 360°-Rundgang erleben
  • Vereinfachter Zugang zu stationären Geschäften

Du möchtest dabei sein und das Einkaufserlebnis in Aachen mitgestalten? Indem du uns Feedback gibst, kannst du die Plattform nach Deinen Wünschen mitgestalten.

Von diesen Mehrwerten kannst Du als Aachener Einzelhändler*innen und Gastronom*innen profitieren:

Aktuell sind schon viele Aachener Geschäfte und Gastronomiebetriebe dabei und präsentieren sich und ihre Angebote online. Weitere Anmeldungen von Einzelhändler*innen und Gastronom*innen aus Aachen sind herzlich willkommen.

  • Die Teilnahme ist während der Projektlaufzeit kostenfrei.
  • Durch die gemeinsame Internetpräsenz werden mehr Menschen auf das tolle Angebot in unserer
  • Stadt und damit auch auf Dich – aufmerksam.
  • Interessierte können sich bereits vor einem Besuch von dir und Deinem Angebot überzeugen.
  • Du verbesserst Dein Netzwerk und kannst Dich mit anderen Aachener Akteur*innen austauschen.
  • Du kannst Dein Serviceangebot erweitern.
  • Die Plattform ist einfach und intuitiv nutzbar.
  • Und das Beste: Der Basiseintrag kostet dich gerade mal ca. 20 Minuten.

Wir freuen uns riesig über Eure Teilnahme und die Zukunft der Plattform mit Euch weiterzuentwickeln und zu gestalten.

Smart Shopping Aachen – Ergebnisse der UX-Testphase im September

Samira Khodaei, Thomas Otte und Mihail Padev
Institut für Informationsmanagement im Maschinenbau RWTH Aachen University, Dennewartstr. 27, 52068 Aachen, Germany

Die UX-Testphase im September 
„Welche Einzelhändler*innen bieten Wein an? Wie kann ich mein Produkt zum Abholen reservieren? Wie kann ich mir schnell alle Terminvereinbarungen anzeigen?“ Diese und viele weitere Aufgaben haben Mitte September eine ganze Reihe an Pionier-Tester*innen auf der Smart Shopping Aachen Plattform absolviert. Das Ziel der Testphase Mitte September war die Nutzer*innenfreundlichkeit der Smart Shopping Plattform zu testen. Nähere Informationen zum Aufbau und Ablauf der Studie sind hier verlinkt. Daraus konnte das Projektteam wertvolle Impulse sammeln, um die Bedürfnisse der Nutzer*innen besser auf der Plattform abzubilden. In diesem Blogartikel werden die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Die Ergebnisse der Studie sind in dieser PDF visualisiert.

Wie setzen sich die Teilnehmenden (Konsument*innen und Händler*innen) der Studie zusammen?
Aus 52 Konsument*innen waren 54% weiblich, 44% männlich und 2% divers. Die am stärksten repräsentierte Altersgruppe war die der 31-40-Jährigen. Knapp danach kamen die Altersgruppen 20-30 und 41-50. Alle Befragten wohnen städtisch (davon 65% zentral in der Stadt und 35% in einem Vorort). Die knappe Mehrzahl der Teilnehmenden sind Akademiker (ca. 56 %) und überwiegend in Vollzeit berufstätig (ca. 65 %). In 27 % der Haushalte leben Kinder und Jugendliche. Alle Personen sind mit dem Bestellen von Produkten im Internet vertraut. 54 % der Befragten gaben an, dass sie mehrmals im Monat im Internet bestellen.

Die teilnehmenden Händler*innen hatten auch in den Wochen vor der Testphase die Gelegenheit, sich mit der Plattform vertraut zu machen und ihre Geschäftsprofile zu pflegen. Aus den befragten teilnehmenden Händler*innen waren 56% männlich und 44% weiblich. Die Altersgruppe 51-60 war unter den Händler*innen am häufigsten vertreten. Die wesentliche Mehrheit der Händler*innen haben eine lokale Filiale (88%). Nur 6% der Händler*innen gaben an, dass ihr Geschäft über 2-5 Filialen verfügt. Vertreter*innen größerer Ketten haben nicht teilgenommen.

Wie ist die allgemeine Nutzer*innen Freundlichkeit der Plattform ausgefallen (System Usability Score)?
Während der Testphase haben sowohl Konsument*innen als auch Händler*innen Interaktionsaufgaben gestellt bekommen. Allgemein wurde durch das quantitative Messinstrument der System Usability Scale festgestellt, dass sowohl die Konsument*innen als auch unsere Händler*innen die Plattform durchaus intuitiv benutzen konnten, und die Aufgaben ohne große Probleme lösen bzw. durchführen konnten.

Am Ende jedes Aufgabenblocks haben die Testenden Fragen zur Nutzer*innenfreundlichkeit der Plattform beantwortet (siehe Grafik 2 hier). Die Angaben wurden mittels der „System Usability Score“-Skala ausgewertet. Die Skala ist in drei Bereiche gegliedert: „inakzeptabel“ (0-55), „akzeptabel/ok/gut“ (56-85) und „exzellent“ (86-100). Die Smart Shopping Aachen Plattform wurde von den Tester*innen insgesamt mit durchschnittlich 71,9 bewertet, während die Händler*innen durchschnittlich mit 76,34 bewertet haben. Diese Diskrepanz lässt sich dadurch erklären, dass die Händler*innen auch im Vorfeld Erfahrung mit der Plattform gemacht hatten, und daher die Funktionalitäten vor der Testphase schon kannten. Die Händler*innen haben auch in Form von Workshops technische Unterstützung zur Nutzung der Plattform bekommen. Diese Kennzahl liegt daher oberhalb des akzeptablen Bereiches. Auch wenn der Score nicht im „exzellenten“ Bereich liegt, so konnte deutlich werden, dass die Entwicklung der Plattform eine gute Basis hat.

Welche Probleme sind aufgetreten und wie wurde die Plattform nun optimiert?
Die allgemeine Funktionalität und Gestaltung der Smart Shopping Plattform erscheinen gelungen, allerdings wurden im Rahmen der Studie auch Probleme sichtbar. In der Aufgabenübersicht wird mittels qualitativer Auswertung der Problembeschreibungen deutlich was sich noch verbessern muss (siehe Grafik 3 und 4 hier).

Ein beispielhaftes Hindernis beim Lösen der Aufgaben war, dass die allgemeine Suche nur Produktergebnisse geliefert hat. Die meisten Nutzer*innen erwarteten jedoch, dass über die gleiche Suchfunktion auch einzelne Händler*innen und Kategorien gefunden werden können. Da dies nicht so eingestellt war, gab es vereinzelt Schwierigkeiten bei der Suche nach bestimmten Händler*innen. Ebenso wurden Wünsche geäußert, dass es zusätzliche Filtermöglichkeiten bei der Produktsuche gibt. Beide Anregungen sind nun im Zuge der Plattform-Weiterentwicklung behoben worden.

Da die Händler*innen selbst entscheiden können, welche digitalen Werkzeuge der Plattform (bspw. Onlineterminvereinbarung) und welche externen Tools genutzt werden, sind nicht alle Werkzeuge bei allen Händler*innen auffindbar gewesen und haben für Verwirrung gesorgt. Daher werden nun deaktivierte Werkzeuge auf Händler*innen Profilen deutlich gemacht. So wissen nun Kund*Innen, welche Interaktionsmöglichkeiten von den jeweiligen Geschäften nicht zur Verfügung gestellt worden sind und welche über andere Kanäle möglich sind. Da der Wunsch nach mehr Eindrücken und Bildern aus dem Geschäft geäußert wurde, steht den Händler*innen nun die Möglichkeit zur Verfügung, dass 360° Videorundgänge eingestellt werden können. Damit kann man sich ganz einfach von zuhause aus ein Bild von den Geschäften machen.

Ein weiterer Optimierungsbedarf für die nächste Entwicklungszeit ist die Verbesserung der Barrierefreiheit, sodass z.B. Nutzer*innen mit einer Sehbehinderung auch von der Plattform Gebrauch machen könnten. Dazu sind auch aussagekräftige Produktbeschreibungen seitens der Händler*innen und Hinweise zur Barrierefreiheit des physischen Geschäfts wichtige nächste Schritte in der Entwicklung.

Welche nächsten Schritte folgen nun?
Die Studie zeigt, dass bzgl. der Nutzer*innenfreundlichkeit Optimierungsbedarf besteht. Während wir uns sehr darüber freuen, dass die Plattform für die meisten Tester*innen intuitiv verständlich war, ist das Projektteam auch hochmotiviert die aufgetretenen Probleme zu lösen und damit die Nutzer*innenfreundlichkeit zu verbessern. Anhand der Angaben unserer Tester*innen werden schon vor dem Go-Live der Plattform am 08.11.2021 Änderungen umgesetzt, um den Umgang mit der Plattform noch intuitiver und einfacher zu machen. Wir bedanken uns für die Zeit, die sich unsere Testenden genommen haben. Natürlich ist damit der agile Entwicklungsprozess nicht abgeschlossen, sondern wird auch in der Live-Phase der Plattform weiter genutzt.

Seid gespannt!

Smart Shopping Plattform Goes Live – Teste mit vom 13. – 27. September

Am 13. September 2021 ist es endlich soweit: Nach knapp 23 Workshops mit Aachners Einzelhändler*innen, sechs Digitalen Einkaufsbummeln und vier Befragungen zum hybriden Einzelhandel startet das Projekt Smart Shopping Aachen in die nächste Projektphase: Das Testen der Smart Shopping Plattform.

Jetzt bist DU gefragt: Melde Dich an als Tester*innen der Plattform unter

https://t1p.de/smartshoppingtest

und gestalte die Smart Shopping Aachen Plattform durch Dein Feedback mit.

Was wird getestet (Studien-Ziel)?

Das Ziel dieser Umfrage ist es, die Nutzer*innenfreundlichkeit, der bisher implementierten Funktionalitäten von Dir testen zu lassen. Durch Deine Angaben hilfst Du uns, den aktuellen Entwicklungsstand der Plattform weiterzuentwickeln. Deine Anmerkungen fließen damit direkt in die Weiterentwicklung der Plattform und damit in die Zukunft des Aachener Einzelhandels ein.

Wie läuft die Studie ab (Studien-Methode)?

Im Rahmen der Studie werden wir einen Methoden-Mix-Ansatz wählen. Das bedeutet, dass wir sowohl quantitative (Messung von Click-Pfaden) als auch qualitative Forschungsmethoden (Digitales Tagebuch) nutzen. Insgesamt erhältst du während des Testzeitraums von zwei Wochen drei E-Mails von uns mit der Aufforderung Interaktionsaufgaben zu lösen. Jede E-Mail wird Aufgaben enthalten, die maximal 5 Minuten deiner Zeit in Anspruch nehmen. Du wirst zu Beginn der Studie gebeten, Fragen zu Deiner Person (Geschlecht, Alter, Bildungsstand, Tätigkeit) zu beantworten. In einer zweiten Mail wirst du gebeten Aufgaben in der Interaktion mit der Plattform durchzuführen. In der dritten E-Mail wird es Aufgaben geben, die dich dazu animieren mit den Händler*innen auf der Plattform in Aktion zu treten. Hierbei ist der Hinweis wichtig, dass Du im Rahmen der Studie nicht dazu verpflichtet bist deine Daten auf der Plattform zu hinterlegen. In den Mails werden explizit Aufgaben abgefragt, die einige Fragen zur Einstufung Deiner allgemeinen Einstellung gegenüber dem Gebrauch digitaler Technologien und Online-Dienste beinhalten.

Du kannst während der gesamten Laufzeit der Testphase vom 13. – 27. September diese Aufgaben absolvieren. Zur zeitlichen Einordnung bitten wir Dich deshalb, das Datum anzugeben, an dem Du die jeweilige Aufgabe gelöst hast. Nach der Bearbeitung jeder Aufgabe wirst Du gebeten, die Bearbeitung der jeweiligen Aufgabe zu bewerten, und eventuell auftretende Probleme bei der Bearbeitung zu schildern und dein Stresslevel anzugeben. Du bekommst dafür einige Skalen zur Verfügung gestellt, aber auch offene Textfelder, in denen Du alles eintragen kannst, was Dir während der Nutzung aufgefallen ist. Hier gibt es kein richtig oder kein falsch – jede Information ist für uns relevant.

Du hast die Möglichkeit, uns Deine Erfahrungen mit der Plattform auch außerhalb des Rahmens der gestellten Fragen und Aufgaben mitzuteilen. Nutze dazu bitte das dafür vorgesehene Freitextfeld („Hier ist Platz für alles was Dir sonst noch eingefallen ist“) im Formular, welches am Ende des Aufgabenteils zu finden ist. Wir freuen uns sehr über Dein Feedback.

Wie werden die Daten erhoben (Datenschutz)?

Durch die Zuordnung einer User-ID (s.o.) entfällt die Notwendigkeit, auf der Plattform einen Account zu erstellen. D.h., Du musst auf der Plattform keine persönlichen Daten hinterlegen, wenn Du es nicht möchtest. Für die Nutzeranalyse auf der Plattform werden u.a. folgende technische Daten erhoben: Deine IP-Adresse, die Version des von Dir benutzen Browsers, das Betriebssystem, die Geolokalisation (die Stadt, in der Du Dich befindest) und die aktuelle Uhrzeit. Für eine vollständige Liste der erhobenen technischen Daten siehe bitte auch https://matomo.org/faq/general/faq_18254/ (auf Englisch). Diese Daten sind ausschließlich durch die Projektbeteiligten (Lehrstuhl für Informationsmanagement im Maschinenbau der RWTH Aachen) einsehbar und werden ausschließlich im Rahmen dieser Erhebung anonymisiert verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Die Studienauswertung wird in anonymisierter Form den Projektpartner*innen (graphodata GmbH, Stadt Aachen) weitergegeben.

Die Zusendung bzw. Rücksendung der Umfragen per E-Mail bedeutet, dass Deine Daten nicht komplett anonym erhoben werden können, da durch die Angabe vom Namen und E-Mail-Adresse ggf. personenbezogene Rückschlüsse möglich sind. Diese Daten sind nur durch den Lehrstuhl für Informationsmanagement im Maschinenbau (IMA) der RWTH Aachen einsehbar. Die Zuordnung zwischen ID und E-Mail-Adresse wird nur für Projektmitarbeitende Personen zugänglich sein und im Zuge der Datenauswertung anonymisiert und gelöscht. Die Auswertung der Daten erfolgt somit ebenfalls anonymisiert, so dass kein Rückschluss auf einzelne Personen mehr möglich ist.

Rahmendaten:

Laufzeit: Von Montag, den 13.09.2021 bis Sonntag, den 26.09.2021.

Zugang: https://t1p.de/smartshoppingtest

Kontakt: smart.shopping@ima.rwth-aachen.de

Ansprechpartnerin: Samira Khodaei M.Sc., IMA – Informationsmanagement im Maschinenbau, RWTH Aachen University

Wir freuen uns auf eine spannende Testphase mit Euch!

Spannende Workshops im 2. Quartal 2021

Gemeinsam mit den Einzelhändler*innen, Gastronom*innen und Projektpartner*innen blicken wir nun wieder auf ein lehrreiches Quartal mit weiteren wertvollen Erfahrungen und Erkenntnissen in unseren Workshops zurück. Zu verschiedenen Schwerpunktthemen haben wir zusammen mit den Workshop-Teilnehmer*innen Fragestellungen interaktiv erarbeitet und digital festgehalten. Impulse wurden sowohl von den Projektpartner*innen und externen Referent*innen als auch von den Projektteilnehmer*innen selbst eingebracht. An dieser Stelle möchten wir allen Mitwirkenden der Workshops ein großes Dankeschön aussprechen. Ein kurzer Rückblick auf die Workshops im zweiten Quartal zeigt, dass weiterhin eifrig und gemeinschaftlich darauf hingearbeitet wird den Aachener Einzelhandel und die Gastronomie digital und hybrid zu gestalten.

Bei den insgesamt sechs Workshops nahmen über 50 Einzelhändler*innen und Gastronom*innen teil. Im April sind wir mit den ersten Schritten auf der Projektplattform gestartet und haben gemeinsam mit der graphodata GmbH und den Einzelhändler*innen und Gastronom*innen über die Unternehmenspräsentation und das Einpflegen von Unternehmensdaten auf der Projektplattform gesprochen.

Im April fand außerdem ein hybrider Workshop zum Thema Click & Collect statt. Die Teilnehmer*innen konnten sowohl stationär bei unserem Impulsgeber Weyers-Kaatzer als auch digital via Zoom mitmachen und sich einen Eindruck davon verschaffen, in welchen Facetten Click & Collect praktiziert wird.

Am 28.04. wurde ein Workshop zum Thema „Digitale Technologien im Geschäft – Mehrwerte für Kundschaft und Mitarbeitenden“ angeboten. In einem Impuls des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Handel wurde vermittelt, dass digitale Technologien dabei helfen können Kosten und Zeit langfristig zu reduzieren und Kund*innen ein besseres Einkaufserlebnis zu ermöglichen. Der Zeitaufwand für die Implementierung und Pflege, die Kosten und die Schulungsbedarfe wurden im Workshop u. a. als Hürden bei der Nutzung digitaler Technologien genannt..

Mentimeter Ergebnis zum Thema „Digitale Technologien im Geschäft“ (Workshop am 28.04.2021)

Im Mai haben drei Workshops zu folgenden Themen stattgefunden: Bildbearbeitung, Rechtliche Fallstricke bei Impressum & Co. sowie zur Vernetzung mit Aachener Start-ups im Rahmen des digitalSUMMIT Aachen. Während einige Projektteilnehmer*innen schon Bildbearbeitungsprogramme nutzen, konnten andere dazu ermutigt werden sich mit dem Themaauseinanderzusetzen, d.h. Bilder selber zuschießen, eine Farbpalette für die Einheitliche Darstellung festzulegen und Bildbearbeitungsprogramme zur Optimierung der Bilder zu benutzen. Eine professionelle und einheitliche Darstellung des Unternehmens und der Produkte lohnt sich! Dies bewiesen auch die Impulse von den echohelden und little something Aachen, die gezeigt haben welche Tools benutzt werden können und wie eine professionelle Bildbearbeitung in der Praxis aussehen kann.

Bezüglich der rechtsicheren Umsetzung von Aktivitäten im Internet, konnten rund um unseren Workshop noch offene Fragen, beispielsweise zum Widerrufsrecht, zur Zertifizierung und zum Impressum geklärt werden. Aus dem Impuls von Shokunin – Japanische Werkzeuge wurden wertvolle Tipps für Website- und Onlineshop- Betreiber*innen gezogen.

Im Rahmen des digitalSUMMIT fand gemeinsam mit acht Aachener Start-Ups und 18 Einzelhändler*innen und Gastronom*innen ein Vernetzungsworkshop statt. Es wurden fünf Problemstellungen von Händler*innen und Gastronom*innen in kleinen Teams im Rahmen von Break-out-Sessions zusammen mit den Start-ups bearbeitet. Diese Problemstellungen reichten von Themen zu lokalen Kooperationen bis hin zu digitalen Schaufensterlösungen und digitalen Gastbestellungen in der Gastronomie. In kleineren Gruppen wurde gemeinsam überlegt wie die einzelnen Probleme gelöst werden könnten. Beispielweise wurden zum Thema „digitales Schaufenster“ Lösungen vorgeschlagen, wie ein Virtual Shopping Shelf oder einen QR-Code als Leitmittel zu Videos, die die stationären Produkte auch ganz einfach auf dem Smartphone präsentieren. Im Anschluss an die Lösungserarbeitung hatten die Start-Ups die Gelegenheit ihre Geschäftsmodelle vorzustellen.

Beispiel Problemstellung & Lösungsvorschläge aus dem Vernetzungsworkshop am 27.05.2021

Unsere spannenden Workshops gingen im Juli weiter. Der Rückblick dazu wird bald im Blogbeitrag zum 3. Quartal unserer Workshopreihe gegeben.

SAVE THE DATE: Am 18. August findet schon der nächste Workshop statt! Dieses Mal vor Ort im OecherLab mit dem Thema: Die letzte Meile – Wie kommen Eure Produkte bequem zu Euren Kund*innen nach Hause?

Der Workshop findt um 19 Uhr statt (Dauer: max. 2 Std.). Die Teilnehmer*innenanzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Schnell sein, lohnt sich also. Die Anmeldung erfolgt über folgenden Link: https://formtool.ima.rwth-aachen.de/form/workshop-hybrider-einzelhandel-180821 und ist bis zum 17.8. möglich. Es gelten die aktuellen Coronaschutzregeln. Bitte tragt eine Maske, wenn ihr nicht an Eurem Platz sitzt und haltet die gebotenen Abstände zueinander ein.

Haltet euch auch schon mal die nächsten Workshoptermine am 20.09.2021 und 25.10.2021 frei. Die Themen werden in Kürze bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf weitere spannende Workshops und den Austausch mit Euch!

Der digitale Einkaufsbummel mit einem neuen Format: Instagram Live-Shopping

Live shoppen über Instagram und das gleich bei verschiedenen Einzelhändler*innen? Das geht! Im Einzelhandel wird dieser Kommunikationsweg immer häufiger genutzt, um Konsument*innen zu inspirieren, Mehrwerte zu bieten, den Kontakt zu halten und einen gemeinsamen Austausch zu ermöglichen. Auch viele Aachener Geschäfte machen sich neue Formate, wie das Instagram Live Shopping, zu Nutze – und das mit Erfolg!

Basierend auf den Erfahrungen der ersten drei „Digitalen Einkaufsbummel“ über die Plattform Wonder.me und den aktuellen Entwicklungen, wollten wir gerne einen niederschwelligen Zugang zur Instagram-Live-Funktion schaffen, indem wir ein gemeinsames Event mit den Aachener Einzelhändler*innen organisiert haben.

Das erste Instagram Live-Shopping fand am 29. April statt. Sechs Aachener Geschäfte haben mit dem Oberthema „Kleinigkeiten, die glücklich machen – mit Inspirationen für den Mutter- & Vatertag“ mitgemacht: Irmgard Wangerin, Blütezeit, Görg Wolle, Backhaus Bücher, Domlädchen, Weyers-Kaatzer. Vorgestellt wurden verschiedene Produktkategorien von Armbändern über die neusten Lesetipps und Süßigkeiten bis hin zu traumhaften Blumensträußen – alles was das Mutter- und Vaterherz begehrt. Mehr als 300 Zuschauer*innen haben an diesem Abend das Event verfolgt.

Unter dem Motto „Summerfeelings – Schönes für den Urlaub, zu Hause oder in der Ferne“ fand am 29. Juli das zweite Live-Shopping mit insgesamt fünf Geschäften statt: Lederwaren Schmitz, Tesoro, Weyers-Kaatzer, Blütenreich und Buchladen Pontstraße 39. Auch an diesem Abend wurden Inspirationen aus einem bunten Mix aus Rucksäcken, Sommermode, Außenleuchten, Kerzen und Buchtipps gegeben.

     

Was wir und die Zuschauer*innen mitgenommen haben?

  • Zahlreiche Produktinspirationen
  • Persönliche Einblicke in die Aachener Geschäfte
  • Lockere Gespräche
  • Lust auf einen Besuch der Geschäfte vor Ort

Wir freuen uns, dass wir den Geschäften dadurch einen Zugang zu diesem Format ermöglichen und sie animieren konnten, ähnliche Veranstaltungen alleine durchzuführen. Zu beachten ist dabei die Vor- und Nachbereitung des Events, z. B.:

  • Organisation und klare Kommunikation von regelmäßigen Terminen und relevanten Themen
  • Planung des Ablaufs mit Raum für spontane Gespräche und Fragen
  • Weiterverwendung des Live-Videos (zum Bsp. Livestream auf Instagram als IGTV-Video speichern) und Verlinkung von Produkten

Die Trailer der beiden Events und das IGTV-Video zum zweiten Insta-Live-Shopping können auf unserem Instagramprofil @hybrider.einzelhandel.ac angeschaut werden.

Save the date: Das nächste Instagram Live-Shopping Event findet am 19. August ab 18 Uhr mit dem Oberthema „Fair Trade“ statt (in Anlehnung an die Fair-Trade Messe im September). Weitere Infos folgen in Kürze hier auf der Website und auf unserem Instagramprofil.

Smart Shopping Aachen von A – Z*

Im Laufe unserer Workshopreihe mit dem Aachener Einzelhandel und der Gastronomie haben wir uns bisher schon vielen unterschiedlichen Themen rund um einen smarten Einzelhandel gewidmet. Von der Relevanz eines Aachener Netzwerkes über Social Media bis hin zu Zahlungssystemen wurden relevante Begriffe erklärt, Tipps gegeben, Praxisbeispiele aufgezeigt und Erfahrungen untereinander ausgetauscht. Zudem wurde aufgezeigt, inwiefern diese Themen im weiteren Projektverlauf und im Rahmen der technischen Infrastruktur des Projektes Anwendung finden.

Warum ist es wichtig ein gutes Netzwerk zu haben? Was verbirgt sich hinter dem Begriff „E-Commerce“? Was sind eigentlich Personas? Was versteht man unter der 20% Text-in-Bild-Regel? Wozu sollten digitale Technologien im Geschäft eingesetzt werden? Was ist bei der Onlineterminvereinbarung zu beachten?

Antworten auf diese und weitere Fragen haben wir in einem Handelslexikon mit den wichtigsten Begriffen von A-Z festgehalten. Dieses Lexikon soll als Nachschlagewerk und Hilfestellung auf dem Weg zu einem smarten Einzelhandel in Aachen dienen.

Das Handelslexikon kann hier aufgerufen und heruntergeladen werden.

* Die Beschreibungen und Tipps basieren auf den Workshopergebnissen aus den Jahren 2020 und 2021, erheben einen Anspruch auf Vollständigkeit und sind nicht zur Weiterver­breitung bestimmt. Die Begriffe von A bis Z werden ebenfalls im Projekt „Smart Shopping Aachen“ berücksichtigt und größtenteils über die technische Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Transformation des lokalen Einzelhandels – eine Fallstudie aus Deutschland

Sarah Ranjana Güsken*, Arne Steinberg, Nural Janho, Jan Bitter-Krahe, Frank Hees
Institut für Informationsmanagement im Maschinenbau RWTH Aachen University, Dennewartstr. 27, 52068 Aachen, Germany
*E-Mail: sarah.guesken@ima.rwth-aachen.de

Zusammenfassung
Angetrieben durch die SARS-COV-2-Pandemie sind hybride Geschäftsmodelle, die Online- und Offline-Vertriebskanäle kombinieren, für das Überleben von Einzelhändler*innen unverzichtbar geworden. Im Rahmen einer Fallstudie aus Aachen leiten wir mit einer Kombination aus qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden fünf Hypothesen ab, die überprüfen sollen, ob sie einen Einfluss auf die Absicht von lokalen Einzelhändler*innen haben, mehrere Vertriebskanäle parallel zu nutzen. Neben finanziellen und zeitlichen Hindernissen beobachten wir, dass es eine kritische Unternehmensgröße geben könnte, die sich negativ auf die Integration verschiedener Vertriebskanäle auswirkt. Eine geringe Technologieangst sowie der Grad der Einbindung in weitere Digitalisierungsaktivitäten könnte die Nutzungsabsicht positiv beeinflussen.

Einleitung
Die SARS-COV-2-Pandemie hat die Verlagerung des stationären Handels auf digitale Kanäle massiv beschleunigt (Accenture 2021; Hofacker und Langer 2020). Die Verdrängung von kleinen und lokalen Einzelhändler*innen ist zur zentralen Transformationsherausforderung der Innenstädte geworden. Sterbende Innenstädte sind keine Seltenheit mehr, was zu leerstehenden Verkaufsflächen, weniger persönlichem Austausch, geschwächter lokaler Angebotsvielfalt führt und soziale wie wirtschaftliche Probleme verschärft (Hamm et al. 2020). Die lokale Wirtschaft ist jedoch von großer Bedeutung für die Wirtschaftskraft und Innovationskraft einer Stadt. Sie bietet Arbeitsplätze und liefert damit eine Grundlage für den Wandel der Städte, angepasst an neue Lebens-, Verhaltens- und Einkaufsgewohnheiten. Darüber hinaus erfüllt sie eine zentrale Versorgungsfunktion für die dort lebende Bevölkerung. (Hamm et al. 2020; Gruninger-Hermann 2017). Insbesondere der ländliche Raum, die Mittelstädte und die Regionen im Umland der Großstädte sind vom Strukturwandel betroffen (Hamm et al. 2020; Hesse 2019; Neiberger 2020). Eine Prognose des Instituts für Handelsforschung postuliert, dass die Zahl der lokalen Einzelhändler in Deutschland bis 2030 um 64.000 weiter abnehmen wird. Dies ist mehr als ein Viertel der rund 226.000 registrierten Einzelhändler*innen in Deutschland (IFH Köln 2020).

Dieser Strukturwandel wird insbesondere durch das sich wandelnde Kund*innenenverhalten beeinflusst. Auch wenn die meisten Kund*innen nach wie vor den stationären Handel schätzen, vor allem wegen der Möglichkeit des spontanen, sich inspirieren lassenden Einkaufs (Heinemann et al. 2019; Accenture 2014), ist auch zu beobachten, dass der Einkauf zunehmend über digitale und Online-Kanäle erfolgt. Während im Jahr 2010 EU-weit nur 53% der Internetnutzer Online-Shopper*innen waren, liegt dieser Anteil im Jahr 2020 bereits bei 73% und in Deutschland sogar bei 87% (Statistisches Bundesamt 2020).

Das bedeutet aber nicht, dass nur Online-Kanäle einen Nachfrageschub erfahren haben. Große Ketten und Unternehmen haben bereits den Wert von lokalen Showrooms in Ergänzung zu Ihren Online-Shops erkannt. So dienen die sogenannten Showrooms immer häufiger als Aushängeschilder und Markenbotschafter sowie als Offline-Erlebnisanbieter für vormals rein online verkaufte Produkte (Bell et al. 2018; Kang 2018; Samuel et al. 2020).

Dieser Trend wird insbesondere durch die Forderung der Konsument*innen befeuert, die zunehmend mehrere Kanäle gleichzeitig für ihr Einkaufserlebnis (Gallino und Rooderkerk 2020) wünschen. Hierbei wird von den Konsumierenden verlangt die Möglichkeit zu bekommen zwischen den verschmelzenden Grenzen der virtuellen und physischen Welt jederzeit wechseln zu können (Güsken et al. 2020; Verhoef et al. 2015). Daraus resultierend ist die Kombination und Integration von Online- und Offline-Kanälen, auch Multi-Channel- oder Omni-Channel-Strategien genannt, zu einem zentralen Erfolgsfaktor für den Handel geworden (Karray und Sigué 2021).

Die Kombination und Integration von Online- und Offline-Elementen erfordert spezifische strategische Ansätze sowie neue Einzelhandelskonzepte und neue Stadtgestaltungen. Aufgrund von Wissenslücken darüber, wie solche Strategien gestaltet und umgesetzt werden, sind insbesondere kleine, lokale und inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte stark gefordert und bleiben oft hinter den Einzelhandelsketten zurück (Hamm et al. 2020; Neiberger 2020). Um die Gestaltung lebenswerter Innenstädte anzugehen und den Erhalt des lokalen Einzelhandels zu unterstützen, ist es zwingend notwendig, die Entwicklung von Transformationsstrategien für den lokalen Einzelhandel zu fördern (Neiberger 2020). Die Gründe für sich verändernde und sterbende Innenstädte sind im Rahmen von Studien zum Strukturwandel im Einzelhandel bereits umfangreich untersucht worden (Hamm et al. 2020; Hesse 2019; Neiberger 2020).

Wie jedoch neue Ansätze zur Unterstützung des lokalen Einzelhandels aussehen können und welche Anforderungen und Voraussetzungen Einzelhändler*innen haben, die insbesondere die Nutzungsabsicht beeinflussen in multiple Kanäle zu investieren, ist bisher wenig erforscht (Jäger 2016; Chopra 2016; Gruninger-Hermann 2017). Um die Nutzungsabsicht hybrider Kanäle zu verstehen müssen zunächst die Faktoren identifiziert werden, die die Intention zur Nutzung lokaler Multi-Channel-Strategien beeinflussen. Von diesem Punkt aus können dann Strategien für lokale Multi-Channel-Anwendungen entworfen werden.

In der veröffentlichten Arbeit und im Rahmen des Forschungsprojektes werden deshalb Faktoren herausgearbeitet, die die Verhaltensabsicht der Einzelhändler*innen zur Nutzung von Multikanalstrategien beeinflussen. Dazu werden lokale Einzelhänlder*innen aus der Stadt Aachen als Fallstudie herangezogen. Aus den Daten Aachener Einzelhändler*innen leiten wir einen Hypothesenrahmen ab, der Akzeptanzfaktoren und deren mögliche Einflüsse auf die Adoption von Multi-Channel-Strategien im lokalen Kontext aufzeigt. Der Fokus unserer Forschung liegt auf kleinen, inhabergeführten Einzelhandelsunternehmen in der Region Aachen. Der Fall Aachen dient als Ausgangspunkt für unseren explorativen Ansatz. Im Anschluss an diese Forschung besteht die Herausforderung darin, die Ergebnisse auf nationale und internationale Kontexte zu übertragen.

Definition

Die Multi- und Omnichannel-Forschung diskutiert die Möglichkeiten, wie Online- und Offline-Vertriebskanäle miteinander verbunden werden können (Cai und Lo 2020). Multi-Channel wird definiert als die Möglichkeit für Kund*innen “to use a combination of different sales channels to request services from a provider. At least one channel must represent stationary trade and another channel must represent traditional internet trade. It is thus a combination of different sales channels under the same marker that a customer can use to request the services of a provider” (Böckenholt et al. 2018, p.13). Daraus ergibt sich, dass eine Strategie als Multi-Channel-Strategie bezeichnet werden kann, wenn mindestens zwei Kanäle – ein stationärer und ein digitaler – vorhanden sind. Diese zwei (oder mehr) Kanäle müssen nicht miteinander integriert sein und können unabhängig voneinander gesteuert werden (Verhoef et al. 2015).

Forschungsansatz

Kernergebnisse
Als Kernergebnisse der Online-Befragung und der Workshops leiten wir vier Haupthypothesen und eine hypothetische moderierende Beziehung ab, die Einflüsse auf die Intention der lokalen Einzelhändler*innen aus Aachen wiedergeben können multiple Vertriebskanäle (Multi-Channel) zu nutzen (siehe Abbildung).

H1a: Involvement beeinflusst die Absicht lokaler Händler*innen, Multi-Channel-Tools zu nutzen

Als Involvement bezeichnen wir das Ausmaß, in dem sich lokale Händler*innen bereits mit dem Thema Multi-Channel und Digitalisierungs-Tools für den Handel auseinandergesetzt haben und dies auch weiterhin tun (wollen), d.h. wie groß das Interesse des Handelnden an lokalen Multi-Channel-Entwicklungen ist. Unter diesem Faktor subsumieren wir Fragen zum Wissensstand über die Digitalisierung des Handels, zum Engagement für digitale Entwicklungen und zur Absicht, sich diesbezüglich weiterzubilden.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass es einen Einfluss des Engagements auf die Absicht, Multi-Channel-Tools zu nutzen gibt, wenngleich die Ergebnisse nicht eindeutig positiv oder negativ sind. Die folgenden Beobachtungen lassen den Schluss zu, dass es eine eher positive Beziehung zwischen diesen beiden Faktoren gibt. Zur Bestätigung dieser Vermutung sind weitere Studien notwendig:

  • 80% der Befragten, die zusätzlich zu ihrem stationären Geschäft einen Webshop einsetzen (und damit bereits den Weg zur Nutzung multipler Vertriebskanäle eingeschlagen haben), schätzen ihren eigenen Wissensstand in der Digitalisierung des Handels als hoch ein. Im Gegensatz dazu setzen 100% der Händler*innen, die ihr Digitalisierungswissen als gering einschätzen, keinen eigenen Webshop ein.
  • 40% der Befragten geben an, dass sie ihre Mitarbeiter*innen zum Thema Digitalisierung im Handel schulen, weitere 26% geben an, dass sie dies planen.
  • 52% der befragten Händler*innen informieren sich regelmäßig über aktuelle digitale Entwicklungen im Handel. Es zeigt sich aber auch, dass sich 42% der Befragten nicht über digitale Entwicklungen informieren. Von diesen schätzen 66% ihren eigenen Wissensstand zur Digitalisierung sogar als eher gering ein.
  • 58% der Befragten geben an, dass das eigene Engagement, die Digitalisierung im eigenen Handelsunternehmen voranzutreiben, eher hoch (26%), hoch (23%) oder sehr hoch (9%) ist.
  • 50% der Befragten schätzen ihr Wissen über die Digitalisierung im stationären Handel als eher hoch, hoch oder sehr hoch ein. 30% der Händler*innen bewerten ihr Wissen weder als hoch noch als niedrig. 14% schätzen ihr Wissen als eher niedrig oder niedrig ein, was sich negativ auf die Offenheit zur Nutzung mehrerer Vertriebskanäle auswirkt.

Aus der Kombination dieser Ergebnisse stellen wir die Hypothese auf, dass Einzelhändler*innen, die stärker in die Entwicklungen im digitalen Handel involviert sind (Wissen, Engagement, Ausbildung, Nutzung von Tools), eher bereit sind, sich für die Nutzung mehrerer Vertriebskanäle einzusetzen.

H1b: Engagement beeinflusst die Wahrnehmung von Technologieangst

Technologieangst wird als das Hervorrufen von ängstlichen oder emotionalen Reaktionen durch die Nutzung digitaler Technologien beschrieben. Sie kann Aufschluss darüber geben, ob sich Menschen von technischen Geräten aller Art überfordert fühlen oder Angst haben, bei deren Nutzung etwas falsch zu machen (Kothgassner et al. 2012).

Unsere Daten zeigen, dass Einzelhändler*innen, die sich in Weiterbildungsmaßnahmen bezüglich Digitalisierungsthemen engagieren und sich regelmäßig über die neuesten Entwicklungen im digitalen Handel auf dem Laufenden halten weniger Technikangst zeigen. 91 % der Personen, die regelmäßig an digitalen Schulungen und Informationen teilnehmen, haben keine Angst vor neuen Technologien und finden es einfach, sich mit neuen technologischen Tools vertraut zu machen. Keiner von ihnen hat Bedenken geäußert im Umgang mit neuen Technologien etwas falsch zu machen. Im Gegensatz dazu zeigen 38% der Händler*innen, die sich nicht regelmäßig weiterbilden, Unsicherheiten im Umgang mit neuen technologischen Anwendungen. 24% geben sogar an Angst vor neuen Technologien zu haben sowie Vertrauensprobleme und Angst zu haben etwas falsch zu machen.

H2: Zeitliche Ressourcen beeinflussen die Absicht der Händler*innen Multi-Channel-Tools zu nutzen positiv

Unzureichende Zeit ist das vermutete Haupthindernis für die Einführung von digitalen Maßnahmen, denn 65% der Einzelhändler*innen geben fehlende Zeitressourcen als Haupthindernis an. Aus unseren Workshops wissen wir aber auch, dass ein*e zusätzlicher Mitarbeiter*in, um die fehlende Zeit zu kompensieren, eine zu hohe Investition für die Händler*innen darstellt. Unsere Ergebnisse zeigen auch, dass vor allem diejenigen Händler*innen die noch keine digitalen Tools nutzen mit Zeitressourcen kämpfen. 62% derjenigen die keinen Online-Shop haben geben an, dass sie nicht die Zeit haben sich zusätzlich zu ihrer aktuellen Arbeit mit digitalen Lösungen zu beschäftigen.

H3: Investitionskosten wirken sich negativ auf die Absicht der Händler aus, Multi-Channel-Tools einzusetzen

Ein weiteres vermutetes starkes Hindernis im Zusammenhang mit der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen stellen hohe Investitionskosten dar. Hohe Investitionskosten wurden von 40% der Befragten als Hindernis genannt. Da allerdings fehlende finanzielle Ressourcen jedoch nur von 23% der Befragten als Hinderungsgrund an der Digitalisierung beschrieben werden, wird vermutet, dass die anfänglichen Investitionskosten für Digitalisierungsmaßnahmen eine massiv abschreckende Wirkung haben. Dies wird durch Aussagen aus den Workshops gestützt, in denen die Investitionskosten kritisch diskutiert wurden, insbesondere wenn das Ergebnis der Investition nicht absehbar ist. Dennoch haben 7 % der befragten Händler*innen ein ausgewiesenes Digitalisierungsbudget für Digitalisierungsprojekte.

H4: Die Größe des Unternehmens hat einen Einfluss auf die Absicht Multi-Channel-Tools einzusetzen

Unsere Daten zeigen, dass je größer das Unternehmen ist, desto mehr Unternehmen setzen zusätzlich zu ihrem stationären Geschäft einen eigenen Onlineshop ein. So haben beispielsweise alle Händler*innen, die mehr als ein einzelnes stationäres Geschäft besitzen, einen eigenen Online-Shop. 61 % der Händler*innen, die nur ein einzelnes Geschäft besitzen, führen keinen Online-Shop.

Wir identifizieren darüber hinaus eine vermutete kritische Händler*innengröße. Von allen Händler*innen mit einer Größe von einem bis neun Mitarbeitenden haben nur 50% einen Online-Shop. Wir stellen daraus folgend die Hypothese auf, dass es sich bei der genannten Unternehmensgröße um eine schwierige Übergangsgröße handelt bei der ein Online-Shop hilfreich wäre um weiter zu wachsen. Dennoch schaffen es Unternehmen dieser Größe aufgrund mangelnder zeitlicher Ressourcen nicht Online-Kanäle zu implementieren. 79% aller Händler*innen dieser Unternehmensgröße geben fehlende zeitliche Ressourcen als zentrales Hindernis bei der Umsetzung von Digitalisierungsaktivitäten an. Wir gehen daher davon aus, dass gerade Unternehmen dieser mittleren Größe besondere Unterstützung benötigen um weitere Kanäle einzuführen.

Hier geht es zum gesamten Paper – Mehr lesen.

Literatur

Accenture (2014): Canadian Customer 2020: Are you future-ready or reliving the past? Available online at https://www.accenture.com/ca-en/insight-future-ready-reliving-past-infographic, checked on 4/29/2021.

Bell, David R.; Gallino, Santiago; Moreno, Antonio (2018): Offline Showrooms in Omnichannel Retail: Demand and Operational Benefits. In Management Science 64 (4), pp. 1629–1651.

Böckenholt, Ingo; Mehn, Audrey; Westermann, Arne (2018): Konzepte und Strategien für Omnichannel-Exzellenz. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.

Cai, Ya-Jun; Lo, Chris K.Y. (2020): Omni-channel management in the new retailing era: A systematic review and future research agenda. In International Journal of Production Economics 229, p. 107729.
Chopra, Sunil (2016): How omni-channel can be the future of retailing. In Decision 43 (2), pp. 135–144.

Gallino, Santiago; Rooderkerk, Robert (2020): New Product Development in an Omnichannel World. In California Management Review 63 (1), pp. 81–98.

Gruninger-Hermann, Christian (2017): Zukunft der Innenstädte? Auswirkungen zunehmender Online-Käufe auf den stationären Einzelhandel und die Innenstädte. No. 1. Edited by DHBW Lörrach.

Güsken, Sarah Ranjana; Janho, Nural; Hees, Frank (2020): Local Retail Endangered by Extinction – Counteracting with Omni-Channel Strategies. In Proceedings of the ISPIM Connects Global 2020: Celebrating the World of Innovation – Virtual, pp. 1–9.

Hamm, Rüdiger; Keggenhoff, Katja; Krewer, Ann-Marie (2020): Förderung lokaler Ökonomien durch einen transformativen Forschungs- und Handlungsansatz. In Sebastian Henn, Michael Behling, Susann Schäfer (Eds.): Lokale Ökonomie – Konzepte, Quartierskontexte und Interventionen. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg, pp. 293–311.

Hesse, Andreas (2019): Digital-lokaler Einzelhandel. Wissenschaftliche Schriften des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften (1-68).
Hofacker, Lars; Langer, Nina (2020): Connected Retail 2020. Edited by EHI Retail Institute e. V.

IFH Köln (2020): Handelsszenario 2030. With assistance of Susanne Eichholz-Klein, Hansjürgen Heinick. Available online at https://www.ifhkoeln.de/produkt/handelsszenario-2030/.

Jäger, Reingard (2016): Multi-Channel im stationären Einzelhandel. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.
Kang, Ju-Young M. (2018): Showrooming, Webrooming, and User-Generated Content Creation in the Omnichannel Era. In Journal of Internet Commerce 17 (2), pp. 145–169.

Karray, Salma; Sigué, Simon Pierre (2021): Multichannel retailing and price competition. In Intl. Trans. in Op. Res. 28 (4), pp. 2002–2032.

Kothgassner, Oswald D.; Felnhofer, Anna; Hauk, Nathalie; Kastenhofer, Elisabeth; Gomm, Jasmine; Kryspin-Exner, Ilse (2012): TUI – Technology Usage Inventory.

Neiberger, Cordula (2020): Digitalisierung und Vernetzung. In Cordula Neiberger, Barbara Hahn (Eds.): Geographische Handelsforschung. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg, pp. 39–48.

Samuel, Jayarajan; Zheng, Zhiqiang; Xie, Ying (2020). Value of Local Showrooms to Online Competitors. In MISQ 44 (3), pp. 1073–1106.

Statistisches Bundesamt (2020): Onlineeinkäufe von Internetnutzern in %. Edited by Statistisches Bundesamt. Available online at https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/_Grafik/_Interaktiv/it-nutzung-onlineeinkaeufe.html, checked on 7.7.20.

Verhoef, Peter C.; Kannan, P. K.; Inman, J. Jeffrey (2015): From Multi-Channel Retailing to Omni-Channel Retailing. In Journal of Retailing 91 (2), pp. 174–181.

Onlineworkshops im Juli für Einzelhändler*innen und Gastronom*innen

Im Juli laden wir Euch herzlich zu zwei Workshops ein:

19. Juli: Unternehmenspräsentation im Internet – Tipps & Tricks für die eigenen Kanäle sowie die Plattform im Projekt „Hybrider Einzelhandel“

Inhalte:
– Tipps für den Internetauftritt im Allgemeinen
– Tipps für das Schreiben von Texten (z. B. Unternehmens- oder Produktbeschreibung, Blog, Social Media)
– Tipps für die Nutzung der Projektplattform
– Diskussionsrunde

20. Juli: Jetzt geht’s los – Phase 1 der Produktpflege auf der Plattform im Projekt „Hybrider Einzelhandel“

Inhalte:
– Status Quo der Plattform im Allgemeinen•Interesse für den (stationären) Einkauf wecken
– Anleitung zum Einpflegen von Produktstammdaten (Titel, Preise, Beschreibungen, Bilder usw.)
– Interaktive Aufgabe zur Produkterfassung
– Diskussionsrunde

Anmeldung an: hybrider.einzelhandel@mail.aachen.de

Die Workshops werden, wie gewohnt, von Andree Brüning, anders.beraten GmbH, moderiert.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!